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Selbst Dichter konnten sich der Maibowle nicht verschließen, wie dieses Maibowlenrezept in Gedichtform von Johannes Trojan zeigt.


Eine gute Maikrautbowle
Willst du machen? Nun, so hole
Einen leichten Moselwein
Aber gut sei er und rein.
(Ob er gut und rein zu nennen,
Musst du freilich schmecken können.)
Schlechter Wein gibt schlechten Trank,
Der nicht froh macht, sondern krank.
Denn vor allem merke du:
Gar kein Wasser misch’ hinzu,
Weder Selters noch gemeines,
Denn es ist ein Feind des Weines.
Maikraut wirf hinein recht viel,
Aber nicht mit Stumpf und Stiel,
Sondern putz’ vorher es sauber,
Dann erst richtig wirkt sein Zauber.
Tu’ auch keinen Gundermann
Und kein Ahlbeerblatt daran!
Es gehört da nicht hinein;
Höchstens schnitzel in den Wein
Ein paar Apfelsinenscheiben,
Oder lasse es lieber bleiben.
Nur vor einem ist mir bange:
Dass das Maikraut allzulange
Bleib’ im Wein und ihn verderbe,
Weil er strenge wird und herbe.
Fleißig kosten immerzu
Musst du ohne Rast und Ruh’,
Bis genug gewürzt zu nennen
(Freilich musst du’s schmecken können)
Ist der Trank, den du gebraut.
Schnell hinaus dann mit dem Kraut!
Zucker nimm, so viel notwendig,
Und, ich bitt’ dich, sei verständig,
Mach’ die Bowle nicht zu süß!
Sehr von Wichtigkeit ist dies.
Eine Bowle, dergestalt
Angesetzt, gibt ja recht kalt!
Hast, wie ich dich angeleitet,
Du die Bowle zubereitet
Und dich vorgesehen klug,
Dass vorhanden ist genug,
Werden all, die davon tranken,
Andern Tages dir noch danken
Für den wundervollen Trank.
Sage, gibt es schönern Dank?

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